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Wirtschaftskammerwahl 2015

Wirtschaftskammerwahl 2015

Ergebnisse, die nicht im Trend lagen

Die Wirtschaftskammerwahl ist geschlagen, dennoch lohnt sich noch ein Blick zurück. Denn manche Ergebnisse lagen so gar nicht im Trend.

Was haben Fahrzeugtechnik, Weinhandel, Rauchfangkehrer, Spediteure und Personenbetreuer gemeinsam, außer gemeinsamen Buchstaben! Auf den ersten Blick nicht viel, dennoch mehr, als man glaubt. Alle diese Berufsgruppen haben bei der heurigen Wirtschaftskammerwahl ein außerordentliches Wirtschaftsbund (WB)-Ergebnis jenseits der 80-Prozent-Marke erzielt.

Da wären einmal die Fahrzeugtechniker. 1.115 Stimmrechte gab es, der WB kam auf satte 82,58%. Damit ist er 6,73-mal stärker als der nächste Verfolger, der Ring freiheitlicher Wirtschaftstreiber (RfW), der auf 12,27% kam. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) und Grünen waren mit 4,93% bzw. 0,76% nicht einmal Statisten. Landesinnungsmeister Josef Harb nennt gleich mehrere Gründe für den herausragenden Erfolg: „Da wäre einmal, dass wir alle aus der Praxis kommen und daher genau wissen, was unsere Branche bewegt. Dazu haben wir alle Betriebe in der Steiermark besucht und das Gespräch gesucht.

Als Drittes wurde unser Auftritt gegen den Pfusch sehr gut aufgenommen. Da haben wir vielen Betrieben aus der Seele gesprochen.“ Als weitere Gründe nennt er den gelungenen Auftritt gemeinsam mit dem Fahrzeughandel, die Serviceorientiertheit und Qualität des Innungsbüros und auch die eingeschlagene Werbelinie. „Unser Team hat sich riesig über das Ergebnis gefreut. Wir können uns nur bei unseren Wählern bedanken. So ein Ergebnis gibt Kraft für die kommenden fünf Jahre“, sagt Josef Harb.

Ein noch besseres Ergebnis als den Fahrzeugtechnikern gelang den Rauchfangkehrern. Landesinnungsmeister Christian Plesar konnte sich gar über 91,11% für den WB freuen. SWV und RfW kamen auf je 4,44%. Damit steht es an Mandaten 10:0 zwischen dem WB und seinen Mitbewerbern. Die Innung ist damit nicht nur vom Arbeitsgewand her tiefschwarz. Christian Plesar kennt den Grund des Erfolges: „Wir sind als Rauchfangkehrer eine sehr kompakte Gruppe, die einen verpflichtenden gesetzlichen Auftrag zu erfüllen hat. Ganz intensiv haben wir uns in den letzten drei Jahren dem Bereich der Schulungen und Zertifizierungen gewidmet. Die Betriebe mussten nur noch umsetzen, was gut aufbereitet wurde. Das scheint gefruchtet zu haben.“

Christian Plesar

„Ganz intensiv haben wir uns in den letzten drei Jahren dem Bereich der Schulungen und Zertifizierungen gewidmet. Die Betriebe mussten nur noch umsetzen, was gut aufbereitet wurde. Das scheint gefruchtet zu haben.“

Christian Plesar,
Landesinnungsmeister Rauchfangkehrer

Besonders erfreulich verlief die Wahl auch in der Fachgruppe der Personenberatung und Personenbetreuung. Mit 8.707 Wahlberechtigten gab es hier besonders viele Stimmberechtigte. Umso erfreulicher ist das Ergebnis: 80,5% für den WB! Die Grünen kamen auf 10,8%, der SWV auf 8,7%. Als Grund des Erfolges nennt Bundesspartenobmann Andreas Herz „die konsequente Arbeit und die vielen Aktionen und Initiativen der letzten fünf Jahre“. Eine dieser Initiativen war, dass es seit 2014 eine eigene Zeitung für Personenbetreuer gibt, das „24/7“. Das Besondere daran: Die Zeitung erscheint in vier Sprachen (Deutsch, Rumänisch, Slowakisch und Ungarisch) und wird vielen Personenbetreuern in ihre Heimatländer nachgeschickt. „Damit haben wir unsere Mitglieder sehr gut erreicht“, weiß Herz. Das „24/7“ hat aber nicht nur bei den Mitgliedern eingeschlagen. Mittlerweile gibt es die Zeitung auch in Kärnten, Salzburg, Vorarlberg und Wien.

Dass die Steiermark ein Weinland ist, ist hinlänglich bekannt. Der Wein, der bei uns wächst, ist nicht nur besonders gut, es braucht auch Unternehmen, die ihn verkaufen – den Weinhandel! Der ist mit 81,15% eine echte WB-Hochburg. Neun von zehn Mandaten konnte der WB erreichen, eines ging an den RfW. „Unsere gute Arbeit und unser Einsatz wurden honoriert“, freut sich Obmann Georg Regele über das gute Ergebnis. Aber nicht nur der Einsatz stimmte, sondern auch die Schwerpunkte. Dazu gehört eine gelungene Plakataktion ebenso wie der Einsatz für Auspflanzrechte und der Besuch von Messen. Am meisten freut sich Georg Regele aber über die gute Wahlbeteiligung. „74,27% sind extrem erfreulich und ein Beweis dafür, dass unsere Mitglieder unseren Einsatz schätzen“, analysiert Regele.

Georg Regele

„74,27% Wahlbeteiligung sind extrem erfreulich und ein Beweis dafür, dass unsere Mitglieder unseren Einsatz schätzen.“

Georg Regele,
Obmann Landesgremium Steiermark des Weinhandels

Ganz ähnlich wie dem Weinhandel ging es übrigens auch den Spediteuren. Auch dort steht es 9:1 zwischen dem WB und den Freiheitlichen. 87,5% konnte der WB mit Fachverbandsobmann Herbert Ferstl einfahren. 9,38% entfielen auf den RfW, 3,13% auf den SWV. Als Grund für den Erfolg nennt Ferstl ebenfalls die konsequente Interessenvertretung in den letzten fünf Jahren: „Unsere Funktionäre haben viel Einsatz gezeigt und gute Arbeit geleistet. Das wurde mit einem sehr schönen Ergebnis belohnt.“ Vor allem Haftungsthemen und andere rechtliche Fragen haben die Fachgruppe beschäftigt.

Fotos Beitrag: © fotolia
Foto Regele: © pixelmaker.at
Foto Plesar: © Sissi Furgler

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