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Highway 2020

Highway 2020

Die neue Breitbandstrategie für die Steiermark

Die Globalisierung hat Länder und Regionen in den letzten 25 Jahren enger zusammenrücken lassen. Reichten früher Standortmarketing und Clusterstrategien, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sind es heute strategische Positionierungen und Infrastruktur. Zu letzterer gehören auch schnelle Internetverbindungen.

Experten sind sich einig: Die digitale Revolution hat die Welt schon jetzt stärker verändert als die industrielle Revolution. Wir alle nutzen das Internet. Und das nicht nur privat, sondern vor allem beruflich. Wie sähe unsere Wirtschaft wohl ohne E-Mail, Homepages, Datenübertragung, Online-Bestellungen etc. aus?
Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann brachte es anlässlich der ersten steirischen Breitband-Enquete auf den Punkt: „Schnelles Internet entscheidet heute darüber, ob Regionen wettbewerbsfähig bleiben oder nicht, und ist damit eine wesentliche Voraussetzung zur Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze.“ Das betrifft aber nicht nur Städte und Ballungszentren. „Auch ländliche Regionen brauchen leistungsfähige Auffahrten auf die Datenhighways. Nur so können wir Chancengleichheit mit dem dichter besiedelten urbanen Raum herstellen“, so Buchmann. Um das zu erreichen, stellte Buchmann die neue Breitbandstrategie des Landes Steiermark vor, forderte aber auch einen möglichst großen Anteil der Breitbandmilliarde des Bundes für die Steiermark.

In den Jahren 2011 bis 2013 hat das Wirtschaftsressort im Zuge der Breitbandinitiative des Landes Steiermark über elf Millionen Euro in den Breitbandausbau in den steirischen Regionen investiert. Insgesamt wurden 75 Lose ausgeschrieben und vergeben. Inklusive der Förderung des Landes wurden 20,2 Millionen Euro in den Ausbau der Breitbandinfrastruktur investiert. Dadurch haben rund 10.000 Unternehmen und 62.000 Haushalte in den steirischen Regionen die Möglichkeit, Zugang zu ultraschnellem Hochleistungsinternet zu bekommen. Dennoch gelten noch rund 110.000 Haushalte und Unternehmen als nicht oder schlecht mit Breitband versorgt. Diese entsprechend zu versorgen ist Ziel der Breitbandstrategie „Highway 2020“. Nach dem Land Steiermark sieht Buchmann nun aber vor allem den Bund gefordert. Die Bundesregierung stellt in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 300 Millionen Euro für den Breitbandausbau bereit. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern besteht in der Steiermark aufgrund der topographischen Gegebenheiten da und dort noch Aufholbedarf. Ich erwarte daher vom Bund zwischen 75 und 80 Millionen in den Jahren 2016 und 2017 für die Steiermark“, erklärt Landesrat Buchmann.
Wenn die Mittel in diesem Umfang fließen, könnten bis 2018 für alle steirischen Unternehmen und Haushalte die technischen Voraussetzungen für Internetanschlüsse mit Übertragungsraten bis 30 Megabit pro Sekunde geschaffen werden. Im flächendeckenden Vollausbau bis 2022 sollen dann für alle Steirerinnen und Steirer bis 100 Megabit pro Sekunde verfügbar sein.
Neben dem Bund stellt aber auch die EU bis 2020 finanzielle Mittel für den Breitbandausbau in den Regionen zur Verfügung. Zusammen mit den Förderungen von Bund und Ländern ergibt das ein Volumen von weiteren 53 Millionen Euro für Österreich. „Das Wirtschaftsressort reserviert ab 2015 jedes Jahr 700.000 Euro, damit möglichst viele EU-Mittel für den Breitbandausbau in die Steiermark fließen“, betont Landesrat Buchmann. Im Landesbudget für 2015 ist zudem eine Breitband-Sonderdotierung in Höhe von einer Million Euro vorgesehen.
Die Versorgung mit ultraschnellem Internet in den Regionen wird ab 2015 auf Grund der Vorgaben der EU und in Abstimmung mit den Förderinstrumenten des Bundes auf drei Arten unterstützt:

Flächenförderung: Förderung für Telekomunternehmen, die die Breitbandinfrastruktur in ländlichen Gemeinden ausbauen. Es soll vor allem die Errichtung von Glasfasernetzen forciert werden, aber auch andere Technologien, wie Funknetze, können unterstützt werden.
Förderung passiver Infrastruktur: Förderempfänger sind in erster Linie Gemeinden, die Unterstützung für die Verlegung von Leerrohren für Glasfaserleitungen erhalten.
Nutzungsförderung: Mit diesem Programm wird die Nutzung von Breitbanddiensten forciert.
Neben der finanziellen Förderung des Breitbandausbaus zielt die Breitbandstrategie des Landes aber auch auf die verstärkte Nutzung bestehender Infrastruktur und eine intensivere Zusammenarbeit mit Anbietern wie Energieunternehmen oder Stadtwerken ab.
Darüber hinaus sollen Landgemeinden motiviert werden, mit eigenen Initiativen zur Verbesserung der Internetversorgung beizutragen. So könnten etwa bei notwendigen Grabungsarbeiten zur Verlegung von Fernwärme-, Abwasser- oder Kanalleitungen auch gleich Leerrohre für die Glasfaser mitverlegt werden.

„Rund 80 Prozent der Kosten für den Breitbandausbau entfallen auf Grabungsarbeiten. Diese Kosten könnten bei entsprechender Koordination deutlich reduziert werden“, betont Landesrat Buchmann.
Wie es gehen kann, zeigt das Beispiel der Gemeinde Hitzendorf bei Graz. Die Gemeinde hat sich seit 2004 um den Breitband-Ausbau bemüht. 2012 hat das Wirtschaftsressort im Zuge der jüngsten Breitbandinitiative auch die Gemeinde Hitzendorf als Los ausgeschrieben und das Projekt an die A1 Telekom Austria AG vergeben. Weil das Los aber nur die Glasfaserversorgung des Ortskerns umfasste, hat der Hitzendorfer Gemeinderat einstimmig beschlossen, den Ausbau des gesamten Gemeindegebiets selbst zu finanzieren. Seit Jänner 2014 wird nun gegraben, die Versorgung des Hitzendorfer Ortskerns ist bereits abgeschlossen, das restliche Gemeindegebiet mit immerhin 700 Haushalten und Unternehmen wird ab Dezember 2014 flächendeckend an den Daten-Highway angeschlossen sein. ■

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„Mit schnellen Internetzugängen sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Regionen!“

Christian Buchmann,
WB-Obmann, Kultur- und Wirtschaftslandesrat

© Robert Frankl

Beitragsbild © Fotolia

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