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Starke Stimme für den steirischen Weg in Wien

Starke Stimme für den steirischen Weg in Wien

Interview mit Nationalrat Andreas Zakostelsky.

Seit 29. Oktober haben die Steiermark und die steirische Wirtschaft mit Andreas Zakostelsky einen neuen Abgeordneten zum Nationalrat. Der Top-Manager ist seit 25 Jahren in der heimischen Finanzwirtschaft und gilt als Umsetzer mit Vision und klaren Zielen. W! hat den Neo-Politiker zum Interview über seine Ziele und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen sowie die Rolle der Steirer in Wien gebeten.

Wofür steht Andreas Zakostelsky in der Politik? Was darf man sich konkret erwarten?
Andreas Zakostelsky: Mein Fokus liegt natürlich stark auf Wirtschafts- und Finanzthemen. Am wichtigsten ist für mich die Budgetkonsolidierung. Wir müssen budgetäre Spielräume für wichtige Investitionen in die Zukunft schaffen. Ich bin für einen Abbau der Staatsverschuldung – ganz klar ausgabenseitig und nicht über Steuererhöhungen. Denn Österreichs Abgabenquote liegt schon jetzt bei über 42 Prozent.
Langfristig muss es uns gelingen, das zu ändern und gleichzeitig die Staatsschuldenquote deutlich, zumindest auf den Maastricht-Wert von 60 Prozent, zu senken. Die Steiermark lebt mit dem Weg zum Nulldefizit heute schon vor, wie das geht.
Ein ausgeglichenes Budget werden wir meiner Meinung nachhaltig nur über ausgabenseitige Strukturreformen erreichen können. Ich denke da vor allem an die Bereiche Verwaltung – also Modernisierung und Reform der Staatsaufgaben – und ans Pensionssystem.

Sie haben sich in den vergangenen Jahren stark mit dem Thema Pensionen beschäftigt. Ihr Ansatz?
Andreas Zakostelsky: Österreich gibt mehr für die Vergangenheit aus als für die Zukunft. 2017 wird der Bund bereits 37,3 Prozent seiner Ausgaben für Zinsen und Pensionen verwenden. Eine umfassende und konsistente Strategie für die Altersvorsorge unter Berücksichtigung aller drei Säulen fehlt, ist aber unumgänglich. Schon heute ist klar, dass die Bedeutung der kapitalgedeckten Altersvorsorge als Ergänzung zum herkömmlichen Umlagesystem steigen muss.

NR Andreas Zakostelsky, Foto: Wirtschaftsbund Österreich / WeinkirnWas sehen Sie als Ihr wichtigstes Anliegen für die Steiermark?
Andreas Zakostelsky: Ich habe auch hier mehrere Ziele: Erstens eine Förderung der Unternehmen – insbesondere der KMU, denn diese sind das Rückgrat der steirischen Wirtschaft. Hier ist mittelfristig eine schrittweise Senkung der Lohnnebenkosten auf bis zu 40 Prozent anzustreben. Außerdem bin ich für flexiblere Arbeitszeitmodelle, weil das die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt. Zweitens der Ausbau moderner Infrastruktur – ob unser Teil der Baltisch-Adriatischen Achse mit Semmering- und Koralmtunnel oder die Erweiterung leistungsfähiger Kommunikations-Hochgeschwindigkeitsnetze. Wir brauchen ein innovatives und abgestimmtes Infrastruktur- und Kommunikationssystem. Das ist die Basis für bessere Erreichbarkeit und Kommunikation und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der Steiermark.

In der Forschung ist die Steiermark besonders wettbewerbsfähig…
Andreas Zakostelsky: Investitionen in die Wissenschaft und Forschung sind Investitionen in unsere Zukunft. Daher bin ich stolz, dass die Steiermark Innovationsstandort Nummer 1 in Österreich ist. Damit das so bleibt, müssen wir die Kooperation von Wirtschaft, Universitäten/FHs und Forschungseinrichtungen weiter forcieren. Auch die Bildung von neuen Clustern, das Vernetzen verschiedener Betriebe und Einrichtungen innerhalb einer Sparte, gilt es voranzutreiben.
Zudem sollten wir unsere Exzellenz in Forschung und Entwicklung in ganz Österreich ausbauen; ich bin außerdem klar für eine Stärkung der heimischen Forschungstätigkeiten über die Landesgrenzen hinaus.

Große Aufgaben, wie wollen Sie das alles bewältigen?
Andreas Zakostelsky: Es ist unsere gemeinsame Aufgabe als Wirtschaftsbund, die Umsetzung dieser Ziele anzugehen. Der steirische Wirtschaftsbund hat ein exzellentes Team und ist sehr gut aufgestellt – ich werde meinen Anteil zum Erfolg beitragen. Dabei geht es mir als Erstes um den Aufbau nachhaltiger Beziehungen in alle Bezirke und Ebenen des Wirtschaftsbundes. Damit können wir sicherstellen, dass Informationen rechtzeitig (in beide Richtungen!) fließen. Gleichzeitig werden wir Steirer in Wien über parteipolitische Grenzen hinausgehend die Vernetzung der steirischen Wirtschaft mit den Entscheidungsträgern in Wien verbessern. Dazu werden wir verstärkt die leitenden Beamten und Kabinettsmitarbeiter der relevanten Ministerien ansprechen, um eine nachhaltige Beziehung aufzubauen. Es ist in unserer schnelllebigen Zeit entscheidend, rasch an die richtigen Informationen zu kommen. Mir geht es dabei um den Aufbau eines positiven Netzwerks: Denn ich stehe ganz klar für einen sauberen Stil in der Politik und für Handeln im politischen Alltag zum Wohl der Menschen.

Andreas Zakostelsky ganz persönlich

Geboren 1962 in Sydney (Australien), aufgewachsen in Graz
Studium der Rechtswissenschaften in Graz
Berufsstart in der Raiffeisenbank Graz, mehrere Karriereschritte in der Bankenbranche
Seit 2002 im Top-Management in der Finanzwirtschaft
Seit 2008 Vorsitzender des Vorstandes der Valida Holding AG
2010 Wahl zum Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO)
Seit 2013 Abgeordneter zum Nationalrat
Obmann des Vereins der Steirer in Wien

Foto: Wirtschaftsbund Österreich/Weinkirn

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