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Premiere: Erster steirischer WKO-Unternehmertag

Premiere: Erster steirischer WKO-Unternehmertag

Man nehme rund 1.000 Unternehmer, einen ehemaligen deutschen Finanzminister, eine topbesetzte Podiumsdiskussion und jede Menge gute Stimmung: Fertig ist die gelungene Premiere des steirischen Unternehmertages.

So viel geballtes Unternehmertum wie am 5. November im „messecongress“ in Graz gibt es wohl nur selten zu sehen. Genau 1.050 Unternehmer kamen zur Premiere des steirischen Unternehmertags, um sich zu vernetzen, ihre Branchensitzungen abzuhalten, 30 Stände zu besuchen, vor allem aber um dem Impulsreferat des ehemaligen deutschen Finanzministers Theo Waigel zuzuhören.

Das hatte es dann in sich. Wenig überraschend legte der Schöpfer des Namens der Gemeinschaftswährung „Euro“ ein Bekenntnis zu Europa ab. Wie er das tat, das konnte sich sehen oder besser gesagt hören lassen. Mit viel Charme und einer kräftigen Portion Schmäh warb Waigel für Europa und fesselte damit das Publikum. Waigel gab in seinem Referat Einblicke in die Geburtsphase des „Euro“ und zeigte auf, welche Klippen zu umschiffen waren, ehe die gemeinsame Währung entstehen konnte. „Die Einführung des Euro war gut. Danach sind leider einige Erziehungsfehler passiert“, brachte es Theo Waigel auf den Punkt. Zwei davon benannte er: „Es wurden Staaten dazu genommen, die einfach nicht Euro-fit waren, wie zum Beispiel Griechenland. Und dann wurde der Stabilitätspakt just von Deutschland als erstes gebrochen, mit unglaubliche Folgen.“ Der damalige Kanzler war übrigens der Sozialdemokrat Gerhard Schröder.

Collage Unternehmertag

Waigel sieht keine Alternative zum Euro. „Wer glaubt, dass die europäische Wirtschaft zwischen dem Dollar und der bald voll kompatiblen chinesischen Währung Renminbi mit 20 Währungen mitspielen kann, der irrt sich.“ Er warnte auch davor, dass, wenn der Euro zusammenbricht, nicht nur ein Wirtschaftskonstrukt fällt. „Wenn es zwei unterschiedliche europäische Geschwindigkeiten – eine nördliche, zu der wohl Deutschland, Österreich, die Benelux-Staaten und die Skandinavier gehören würden, und eine südliche unter der Führung von Frankreich – gibt, dann wäre das das politische Ende der deutsch-französischen Achse. Es würde sehr kalt um Deutschland herum werden.“ Der ehemalige deutsche Finanzminister sprach sich auch dafür aus, das Positive in den Vordergrund zu stellen.

WK Unternehmertag. Foto Fischer

„Wir brauchen ein Bündnis für Europa, das alle umfasst – die Kirchen, die Gewerkschaften, die Intellektuellen, die Wirtschaft, die Landwirtschaft und vor allem die Jugend.“ An die Entstehung der Vereinigten Staaten von Europa glaubt Waigel (im Bild unten rechts) nicht, eher an „Vereinigte Staaten in Europa“. Auf alle Fälle dürfe „das Erreichte nicht aufs Spiel gesetzt werden“. Dem schloss sich der zweite Gastreferent, der Vize-Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Andreas Ittner (im Bild unten links), an: „Eine exzessive Belastung der Banken schadet dem Standort auf jeden Fall. Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und eine stabile Finanzwirtschaft.“

WK Unternehmertag, Foto: Fischer

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und dem CEO der Knill Energy Holding GmbH, Christian Knill, unterstrich Theo Waigel seine Position. Landesrat Christian Buchmann und WKO-Steiermark Präsident Josef Herk bezogen dabei klar Stellung für ein geeintes Europa. Sehr originell fiel das rhetorische Bild aus, das Herk in den Raum stellte: „Das ,gallische Dorf‘ Steiermark gibt es im internationalen Wettbewerb nicht. Ohne ,Römisches Reich‘, also Europa, funktioniert unsere Wirtschaft nicht.“

Der erste Unternehmertag war eine gelungene Premiere, die, geht es nach Präsident Herk, „im nächsten Jahr auf jeden Fall ihre Fortsetzung finden wird“.

Unternehmer und stolz d’rauf!

Unter diesem Motto fanden sich zahlreiche Besucher des Steirischen WKO-Unternehmertages an unserem W! Stand ein. Die dort entstandenen Porträtaufnahmen werden wir in den kommenden Ausgaben präsentieren.

W! war auch vor Ort

WK Unternehmertag, Foto: Fischer

Fotos: Fischer

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